"Der Haken an der Sache III", Radierung, 2001, Stefan Pautze
Steckbrief Stefan Pautze
- Seit 2003 bei der IAV
- Aufgabenbereich: On-Board-Diagnose (OBD) im Bereich der Ottomotoren-Entwicklung
- Leidenschaft: Graphik
Der Reiz komplexer Zusammenhänge
Ein Jahr kann es dauern, bis ein Projekt am Ziel ist. Stefan Pautzes Team widmet sich der On-Board-Diagnose (OBD): „Damit werden sämtliche abgasrelevanten Fahrzeugkomponenten und -systeme während des Fahrbetriebes überwacht. Tritt ein Fehler auf, soll die schadhafte Komponente möglichst genau lokalisiert werden.“ Das dient auch dem Umweltschutz: Werden vorgegebene Abgasgrenzwerte überschritten, informiert eine Kontrollleuchte im Armaturenbrett den Fahrer, dass ein Werkstattbesuch ansteht. Dort wird der Fehlerspeicher ausgelesen und der Fehler behoben. Pautzes Team befasst sich im Rahmen der OBD mit der Schnittstelle zum Generic Scan Tool (einem herstellerübergreifenden Diagnosegerät) und dem Fehlerspeichermanagement. Die Weiterentwicklung solch eines Systems ist nicht nur unter technischen Gesichtspunkten eine komplexe Aufgabe. „Die Generic Scan Tool Ausgaben müssen wir für das jeweilige Projekt, für unterschiedliche Abgasnormen und auch für immer wieder neue gesetzliche Anforderungen anpassen“, sagt Pautze. „Zu analysieren, was mit den Formulierungen genau gemeint ist und welche Spielräume man bei der Umsetzung hat, gibt der technischen Aufgabe eine neue Dimension.
Einen ganz anderen Brückenschlag hat Pautze im Jahr 2005 vollzogen: Im Auftrag der IAV ging er seinerzeit für ein Jahr nach Beijing. Zu den technischen Herausforderungen im Job kamen neue Eindrücke inmitten einer gänzlich anderen Kultur: „Am Anfang hat mich die Fülle der Eindrücke erschlagen, aber mit der Zeit haben sich immer mehr Gemeinsamkeiten aufgetan“, resümiert Pautze seine Erfahrungen.
Neuland erschließt Pautze nicht nur im Job sondern auch privat: Die Grafik ist seine Leidenschaft. Das zentrale Thema seines Schaffens ist die Suche nach der lebendigen, fremden Form. Die Resultate dieser Suche können sich in Tuschezeichnungen und Radierungen manifestieren, aber auch vor Fraktalen schreckt er nicht zurück. „Sie bieten das mathematische Handwerkszeug, komplexe Strukturen zu beschreiben. Das können Küstenlinien, Flussläufe, Wolken, Gebirge, Pflanzen, Gefäßsysteme, Börsenkurse oder sogar die Materieverteilung im Weltall sein,“ so Pautze. „Dieses Prinzip lässt sich am besten erfassen, wenn man damit experimentiert. Dazu habe ich die so genannte Koch-Kurve etwas verfeinert und in ein Computerprogramm gegossen.“ Das Ergebnis dieser Arbeit war als Kurzfilm auf Filmfestivals weltweit zu Gast.





