Ausschnitt aus der Sendung „Wetten, dass ...“ vom 22.02.1992
Steckbrief Michael Labahn
- Seit 1989 bei der IAV
- Aufgabenbereich: Dynamische Inbetriebnahme
- Privat: Eishockey, das Haus sanieren, mit dem Hund spazieren
Der mit dem Golf turnt
„Als wir den Auftrag erhielten, haben wir erstmal gestutzt“, erinnert sich Michael Labahn, der seinerzeit als Versuchsmechaniker für die IAV tätig war. Die Aufgabe erschien auf den ersten Blick technisch simpel: Ein Pkw mit Frontantrieb wird dort, wo normalerweise die Vorderachse sitzt, an einem Gerüst aufgehangen. Durch Gas rythmisches Ein- und Auskuppeln schaukelt der Fahrer das Auto hoch, bis es sich komplett um die eigene Achse dreht oder durch Abbremsen im “Handstand“ verharrt. Die Zuschauer der Sendung „Wetten, dass ...“ bekamen dieses Kunststück im Februar 1992 vorgeführt. Was dort am Reck turnte, sah aus wie ein ganz normaler VW Golf. Aber unter der Außenhaut mussten Labahn und seine fünf Kollegen eine Menge verändern, um den Auftritt zu ermöglichen.
„Mit einem herkömmlichen Serienfahrzeug wäre das gar nicht möglich gewesen“, betont Labahn. „Die Öl- und Kraftstoffversorgung des Motors zu gewährleisten, egal in welcher Lage sich das Fahrzeug befand, war eine der größten Herausforderungen“. Zudem musste getestet werden, ob der Wagen auch „dicht hält“: Dafür stand er eine Stunde Kopf, um sich anschliessend wieder problemlos starten zu lassen. Auf die üblichen Gesetze der Schwerkraft konnte sich das IAV-Team nicht verlassen, zumal die Drehung um die eigene Achse extreme Massenkräfte auf die Vorderachse freisetzte. „Wir haben unterschiedlichste Komponenten, vom Nutzfahrzeug bis zum Sportwagen, integriert“, erzählt Labahn. „So wurde der Motor über eine Tandem-Hydraulik-Pumpe versorgt, wie sie sonst bei Baggern eingesetzt wird. An sportlichen Vorbildern orientierten sich die Karosseriebauer, Mechaniker und Ingenieure unter anderem bei der Konstruktion der Öltanks: Ähnlich wie bei Rennwagen, die extrem schnell in die Kurven gehen, war der Golf durch die Drehungen der Schwerkraft aus verschiedenen, umlaufenden Richtungen ausgesetzt. Auch von den Bremsen war außergewöhnliches gefordert. Sie mussten den Wagen halten, während er senkrecht auf der Vorderachse ruhte.
Um das Fahrzeug mit herkömmlichem Turbo-Diesel-Antrieb „nach oben“ bringen zu können, musste auch Gewicht gespart werden. Bremsen brauchte das Objekt ohnehin nur noch vorne. Auch eine Lenkung war nicht nötig. Statt Stoßdämpfern bauten Labahn und seine Kollegen starre Rohre ein. Rücksitze? Nicht nötig! Der Tank? Musste lediglich fünf Liter fassen. Das Fahrzeug sah von außen aus wie ein Serienmodell, war aber nur noch ein Torso.
„Teilweise haben wir bis nachts um zwei gearbeitet“, berichtet Labahn. „Aber wir waren stolz, es geschafft zu haben.“ Damit hat das Team auch Mario Adorf überrascht. Der Wettpate glaubte nicht, dass so etwas möglich sei. Thomas Gottschalk hingegen begrüßte den Fahrer des Fahrzeugs mit den Worten: „Der mit dem Golf turnt.“
„Mit einem herkömmlichen Serienfahrzeug wäre das gar nicht möglich gewesen“, betont Labahn. „Die Öl- und Kraftstoffversorgung des Motors zu gewährleisten, egal in welcher Lage sich das Fahrzeug befand, war eine der größten Herausforderungen“. Zudem musste getestet werden, ob der Wagen auch „dicht hält“: Dafür stand er eine Stunde Kopf, um sich anschliessend wieder problemlos starten zu lassen. Auf die üblichen Gesetze der Schwerkraft konnte sich das IAV-Team nicht verlassen, zumal die Drehung um die eigene Achse extreme Massenkräfte auf die Vorderachse freisetzte. „Wir haben unterschiedlichste Komponenten, vom Nutzfahrzeug bis zum Sportwagen, integriert“, erzählt Labahn. „So wurde der Motor über eine Tandem-Hydraulik-Pumpe versorgt, wie sie sonst bei Baggern eingesetzt wird. An sportlichen Vorbildern orientierten sich die Karosseriebauer, Mechaniker und Ingenieure unter anderem bei der Konstruktion der Öltanks: Ähnlich wie bei Rennwagen, die extrem schnell in die Kurven gehen, war der Golf durch die Drehungen der Schwerkraft aus verschiedenen, umlaufenden Richtungen ausgesetzt. Auch von den Bremsen war außergewöhnliches gefordert. Sie mussten den Wagen halten, während er senkrecht auf der Vorderachse ruhte.
Um das Fahrzeug mit herkömmlichem Turbo-Diesel-Antrieb „nach oben“ bringen zu können, musste auch Gewicht gespart werden. Bremsen brauchte das Objekt ohnehin nur noch vorne. Auch eine Lenkung war nicht nötig. Statt Stoßdämpfern bauten Labahn und seine Kollegen starre Rohre ein. Rücksitze? Nicht nötig! Der Tank? Musste lediglich fünf Liter fassen. Das Fahrzeug sah von außen aus wie ein Serienmodell, war aber nur noch ein Torso.
„Teilweise haben wir bis nachts um zwei gearbeitet“, berichtet Labahn. „Aber wir waren stolz, es geschafft zu haben.“ Damit hat das Team auch Mario Adorf überrascht. Der Wettpate glaubte nicht, dass so etwas möglich sei. Thomas Gottschalk hingegen begrüßte den Fahrer des Fahrzeugs mit den Worten: „Der mit dem Golf turnt.“






