Steckbrief Joachim Schreiber
- Seit 1999 in der IAV
- Aufgabenbereich: Entwicklungen im Bereich Fahrzeugsicherheit / Crash-Anlage
Präzision mit Spaßfaktor in der Crash-Anlage
Schon nach wenigen Monaten bei der IAV ging es also daran, ein Projekt von Anfang an selber mitzugestalten. Das bedeutete viel Freiheit und viel Verantwortung. Die Beteiligten brachten einiges in Bewegung. Als Erstes nahm die Crash-Anlage ihren Betrieb auf: Komplette PKWs, wie sie im Handel verkauft werden, durchlaufen darin exakt definierte Unfallsituationen. Zum einen werden dabei Lösungen für Einzelprobleme gefunden. Manchmal durchläuft ein PKW-Modell auch eine ganze Serie solcher Unfälle. „Das machen wir zum Beispiel, um es auf die unterschiedlichen Sicherheitsgesetze in verschiedenen Ländern abzustimmen“, erklärt Schreiber. Solche Tests sehen in etwa so aus, wie Laien es aus Fernsehsendungen kennen: Karosserien werden zusammengestaucht und Dummys dabei heftig hin und her gerissen.
Aber der Elektrotechnik-Ingenieur betont: „Mein Arbeitsalltag besteht vor allem aus Planung und Organisation.“ Wichtiger als Knalleffekte ist für Schreiber etwas anderes: „Dank dem Vertrauen der IAV in unsere Arbeit, konnten wir unsere Anlage in den vergangenen Jahren stark erweitern.“ Mit neuen Herausforderungen bleibt der Spaß an der Arbeit erhalten. So wurde mittlerweile auch eine „Schlitten“-Anlage installiert. Auf dem „Schlitten“ werden Karosserien ohne Fahrgestell angebracht. „Das Gerät bremst abrupt ab und simuliert so einen Unfall, ohne dass gleich die Karosserie zerstört wird.“ Abgerundet wird das Versuchs-Ensemble zudem von einer Aufbauwerkstatt, die bei Bedarf Fahrzeugteile wieder herstellt.
Heute arbeiten mit dem Versuchsleiter Joachim Schreiber noch 19 weitere Fachkräfte an der Crash-Anlage: „Wir sind eine eingeschworene Truppe!“ Ob Mess- oder Dummy-Techniker, Kameramann oder Automechaniker: "business as usual" kennt das Team nicht. Und obwohl kaputte Autos zur Gewohnheit geworden sind – „Ich gucke mir schon lange nicht mehr jeden Crash an“ –, bleiben bei der präzisen Zerstörung die Gefühle nicht außen vor: „Manchmal tut´s einem schon ein bisschen weh, so tolle Autos kaputtzumachen – gerade wenn es das Lieblingsmodell ist. Ein ausgewachsener Crash macht manchmal auch noch Spaß: „Wenn wir zwei Autos aufeinanderprallen lassen, ist das schon spektakulär.“ Und wenn die eigene Arbeit an Grenzen stößt, bringt das nicht nur Erkenntnisgewinn: „Manchmal passieren bei Zusammenstößen auch unerwartete Dinge – und wir müssen danach ein bisschen grinsen.“






