Steckbrief Annette Bäumler
- Seit 1998 bei der IAV
- Aufgabenbereich: Teamleiterin Versuch Heizung/Klimatisierung
- Privat: Tanzen, Reisen, Skifahren – und die kleine Tochter!
Prima Klima: Im Kleinen wie im Großen
Wird der Innenraum eines Fahrzeugs gekühlt, hat das bislang Auswirkungen, die den Treibhauseffekt befördern. Durch den Einsatz neuer Kühlmittel soll das künftig abgestellt werden. Der modulare Aufbau des Prüfstands ermöglicht Tests mit einer Reihe alternativer Substanzen. Auch den zusätzlichen Verbrauch von Kraftstoff, der durch Klimaanlagen verursacht wird, reduziert das IAV-Team weiter. „Früher war es egal, ob 0,3 oder 0,5 Liter mehr verbraucht werden“, so Annette Bäumler. „Heute arbeiten wir an hocheffizienten Anlagen, die deutlich darunter liegen.“
Der komplette Entwicklungsprozess für ein neues Fahrzeugmodell kann sich über drei bis vier Jahre hinziehen. Zu guter Letzt müssen die Autos unter realen Bedingungen für den Einsatz im Sommer und Winter geprüft werden. Bei Bedarf können Annette Bäumler und ihr Team aber auch schneller Fakten schaffen: Für den ACE-Touareg, der bei der Rallye Paris-Dakar mitfuhr, schufen sie binnen vier Wochen eine Klimaanlage, die dem heißen Wüstenklima der Sahara trotzte. Die Fahrer haben es den IAVlern nach erfolgreichem Rennen gedankt.
Durch die Erweiterung der Fahrzeug-Modellpaletten entsteht bei den Herstellern ein immer höherer Entwicklungsaufwand für die Fahrzeugklimatisierung. Ein Weg, diesen Aufwand gering zu halten, ist die Verlagerung der in der Vorentwicklung nötigen Versuche von Fahrzeugmessungen hin zu Prüfstandsmessungen, wie sie bei der IAV durchgeführt werden. Den Mittelpunkt der umfangreichen Prüfeinrichtungen bildet ein vielseitig einsetzbarer Klimaprüfstand.
Er besteht aus drei Komponenten. Der Kältekreis im Fahrzeug wird über den „Mobilen Kältemittelkreislauf“ simuliert. Die Umgebungsbedingungen in Bezug auf Lufttemperatur und Feuchte werden über eine Luftaufbereitungsanlage dem Klimagerät zugeführt. Eine Temperierkammer wird für Fahrzeuge und Messungen an Kondensatoren und Kältekreisläufen genutzt. In den Fahrzeugen der Zukunft muss aber nicht nur die Luft im Innenraum bedacht werden: Die Batterien von Hybridfahrzeugen dürfen nicht überhitzen. Von der Kühlung der Maschine profitieren dann auch die Insassen.
Als Annette Bäumler an der TU Braunschweig Maschinenbau mit Schwerpunkt Energie und Verfahrenstechnik studierte, ahnte sie noch nicht, dass dieser Weg sie zum Klima führt: „Das ist ja eigentlich ein eher familiäres Thema.“ Mittlerweile ist die Kühlung zum technologischen Hotspot avanciert, der auch künftig spannende Herausforderungen zu bieten hat.





